Blogparade: Impro-Geschichte

Da passt man mal einen Moment nicht auf und schon ist man nominiert. Nein, ich muss weder den Dschungel, die Live-Shows, das Haus, WordPress oder sonstwas verlassen. Sondern ich darf mitmachen! Und zwar bei der Blogparade: Impro-Geschichten, die von Isabelle ins Leben gerufen wurde.

So weit, so gut. Und worum geht es da jetzt genau?

Kurz gesagt: Dem Nominierten werden vom Nominierenden 3 Begriffe vorgegeben, zu denen der Nominierte dann eine spontane Geschichte schreiben darf. Die Betonung liegt auf spontan. Also 3 Begriffe packen, loslegen, veröffentlichen. So (oder so ungefähr) habe ich das zumindest verstanden und so (oder so ungefähr) habe ich das jetzt auch umgesetzt.

Nominiert wurde ich übrigens von Michaela, die einige vielleicht schon als #1 aus Dein Interview! kennen. 😀 So klein ist die Welt. Und meine 3 Begriffe waren:

Vorlesung

Schlittschuhe

Kühlschrank

Tja… und hier nun meine Geschichte zu eben jenen 3 Begriffen. Spontan. Ohne groß nachzudenken. Unkorrigiert. So nackt, wie der Autor sie geschaffen hat. Und ganz ehrlich, das ist gar nicht so einfach, weil ich eigentlich ein leidenschaftlicher Überarbeiter bin. Und meine ersten Versionen haben meistens nicht mehr viel mit dem endgültigen Ergebnis zu tun. Aber egal, ich schweife ab… heute alles auf anders. Heute geschrieben. Heute veröffentlicht. Nicht überarbeitet. Hoffentlich trotzdem lesbar. 😉

Viel Spaß!

Prolog

Der Mann im schwarzen Anzug liebte Herausforderungen. Denn sie waren der Grund, dass er seine Arbeit auch nach so vielen Jahren noch immer gerne verrichtete. Trotz der nicht von der Hand zu weisenden Widrigkeiten. Feierabend? Kannte er nicht. Freunde? Würde er in seinem Job nicht finden. Wertschätzung? Niemals. Trotzdem liebte er es zu tun, was er tun musste. Schon immer und für immer. Denn auch wenn die Menschen niemals zu schätzen wissen würden was er tat, wusste er doch, dass es notwendig war. Jetzt las er die Zeilen, die ihm sein Bruder Shinigami geschickt hatte und ein Lächeln schlich sich auf sein Gesicht. Keine leichte Aufgabe. Definitiv eine Herausforderung. Aber er hatte da schon die ein oder andere Idee.

Kapitel 1 – Die Vorlesung

Guten Morgen“, sagte der Mann im schwarzen Anzug und blickte demonstrativ auf die dicke, goldene Uhr an seinem Handgelenk. „Ja, ich weiß, es ist noch viel zu früh zum Lernen.“

Vorlesung. Übersetzung und Interpretation griechischer Texte I. Montag. Morgens. 8:15 Uhr.

„Ja, ich weiß, ich bin nicht derjenige, den sie heute erwartet haben.“ Rechts oben regte sich ein einzelner Kopf und blickte mit schmalen Augen zu ihm herunter. „Ich übernehme heute die Vertretung.“ Sein wacher Blick überflog die halbleeren Reihen. Niemand kümmerte sich um ihn. „Wir werden sicherlich eine Menge Spaß haben.“ Der junge Mann oben rechts rappelte sich langsam auf und nickte ihm zu. Der Mann im schwarzen Anzug schenkte ihm sein breitestes Lächeln. „Sie sind?“

Der junge Mann oben rechts sah im ersten Moment etwas irritiert aus. Sein Blick huschte auf seine Kommilitonen neben ihm, doch nicht einer reagierte. „Ich?“ fragte der junge Mann, dessen Name Tom war, was dem Mann im schwarzen Anzug wiederum durchaus bewusst war. Er nickte. „Tom“, sagte Tom und versuchte plötzlich so aufrecht wie möglich zu sitzen. „Tom Schmidt.“

Der Mann im schwarzen Mantel faltete die Hände. „Sehr gut. Genau zu Ihnen wollte ich.“ Der junge Mann namens Tom schwieg. Sein leicht zittriger Zeigefinger zeigte jetzt auf seine Brust.

„Típota den eínai pio vévaio apó to thánato, típota den eínai pio avévaio apó ó, ti óra tis“, sagte der Mann im schwarzen Anzug. Tom verstand ihn nicht, aber das spielte jetzt auch keine Rolle mehr.

Kapitel 2 – Die Schlittschuhe

Schau dir mal den an. So ein Spinner.“ Heidi stupste ihre Freundin Elke an, die dadurch ein wenig ins Schludern kam und beinahe auf ihrem Hintern gelandet wäre.

He, spinnst du.“ Elke krallte sich an Heidis dicken Jackenärmel fest. „Was soll der Mist?!“ Sie lies sich ein paar Meter ziehen und versuchte dann ihre Schlittschuhe wieder soweit auszurichten, dass sie alleine unfallfrei über den kleinen See schlittern konnte. „Welchen meinst du denn?“

Na den mit dem schwarzen Anzug.“ Heidi gab sich alle Mühe, so unauffällig in seine Richtung zu nicken, wie es nur ging. „Minus 10 Grad und der fährt hier nur im Anzug rum. Und schau dir mal diese Krawatte an. Oh Gott, jetzt kommt er direkt auf uns zu.“

Elke hatte noch immer nicht vollständig die Kontrolle über ihren Körper zurückgewonnen und drehte ihren Kopf leicht hektisch in alle Himmelsrichtungen.

Welche meinst du denn? Was denn für ein Anzug?“ Die Schlittschuhe an ihren Füßen entschieden sich plötzlich gegen ihren Willen, eine leichte Rechtskurve zu drehen.

Mann, was soll das denn?“ fuhr Heidi sie an und zog sie wieder in ihre Richtung. „Da drüben. Der Typ. Schwarzer Anzug. Leichte Meise. Aber eigentlich ganz süß.“

Ja, die Süßen haben leider meistens ne Meise.“

Hat der eine Kettensäge in der Hand?“

Bitte?“ Elke griff nach Heidis Hand, ließ sich ein Stück ziehen und suchte das Eis vor ihr ab. „Ne Kettensäge? Wo denn? Willst du mich verarschen.“

Pst.“ Elke bekam den nächsten Knuff in die Seite. „Der hört uns doch.“

Der Mann im schwarzen Anzug fuhr direkt auf sie zu, in der rechten Hand eine schwere Kettensäge.

Oh Gott, der kommt echt direkt zu uns.“ Heidi klang jetzt doch ein klein wenig panisch. „Das ist doch bestimmt ein Psycho.“ Sie schob Elke zur Seite. „Lass uns mal lieber nen Bogen machen.“

Doch Elke schob zurück.

Spinnst du jetzt, was ist denn los mit dir?“

Der Mann im schwarzen Anzug und mit der Kettensäge war nur noch zwei Meter vor ihnen. Einen Meter. Einen halben Meter. Jetzt schlitterte der Mann an den beiden vorbei, nickte ihnen lächelnd zu und verschwand dann aus ihrem Blickfeld.

Hast du ihn jetzt gesehen, du blinde Kuh?“ fuhr Heidi ihre Freundin an und spürte den kalten Schweiß an ihrem Nacken. „Ich dachte echt der sägt uns gleich in tausend Stücke.“

Wovon sprichst du eigentlich die ganze Zeit?“

Heidi drehte den Kopf und blickte dem Mann im schwarzen Anzug hinterher, der jetzt beinahe am Ufer angekommen war. „Dann mach doch endlich mal die Augen…“

Weiter kam Heidi nicht. Unter ihren Schlittschuhen war plötzlich kein Eis mehr. Nur ein Loch. Kreisrund. Ausgesägt.

Die beiden roten Bommel von Heidis Mütze waren das Letzte, was Elke von ihrer Freundin noch zu Gesicht bekam, ehe sie im eiskalten Dunkel verschwand.

Kapitel 3 – Der Kühlschrank

Ups“, sagte der Mann im schwarzen Anzug, rückte seine Krawatte zurecht und blickte dann über die Brüstung. Leichter gesagt, als getan, denn mit Höhe hatte der Mann schon immer seine Probleme gehabt. Trotzdem schlich sich ein zufriedenes Lächeln auf sein Gesicht, als er dem Kühlschrank hinterher sah, der gerade auf dem Weg nach unten am 12. Stockwerk vorbei flog.

Er zählte in Gedanken rückwärts.

Hob den Kopf.

Schloss die Augen.

Genoss erst den Donnerschlag, als der schwere Kühlschrank unten aufschlug. Und danach den Schrei der Frau des Mannes, der darunter lag.

Epilog

Der Mann im schwarzen Anzug drückte auf den Knopf und streckte zufrieden alle Viere von sich während sein Rechner hochfuhr. Auch er liebte die Vorzüge des modernen Lebens. Mit wenigen Klicks war der Browser gestartet, sein Blog öffnete sich und er begann einen neuen Beitrag mit dem Titel

Blogparade: Impro-Tode

Die 3 Themen, die sein Bruder Shinigami vorgegeben hatte, waren Vorlesung, Schlittschuhe und Kühlschrank gewesen. Keine leichte Aufgabe. Aber er konnte sich da nur wiederholen, er liebte Herausforderungen. Und eine Herausforderung würden auch die 3 neuen Themen werden, die er seiner Schwester Sante Muerte stellen wollte. Sie sollte schließlich genauso viel Spaß haben wie er.

ENDE

Tja, das war es auch schon. 😀 Und wie geht es jetzt weiter? Gute Frage! Einfache Antwort:

  1. Beitrag auf Isabelles Seite verlinken
  2. 3 neue Begriffe ausdenken
  3. weitere Blogger nominieren
  4. darauf hinweisen, dass man mitmachen DARF, aber natürlich nicht MUSS

Fangen wir doch mal mit den 3 neuen Begriffen an:

Stockbett

Bleistift

Zeitmaschine

Und die glücklichen Nominierten sind:

Benjamin Spang

Thalea Storm

Eva Maria Höreth

 

Aaaaaber… natürlich dürfen auch alle anderen mitmachen, die jetzt zwar nicht explizit nominiert sind, aber trotzdem Lust haben.  Verlinkt eure fertigen Beiträge dann bitte einfach hier in den Kommentaren und bei Isabelle.

Wenn ich das richtig verstanden habe, dann gibt es wohl auch noch so etwas wie eine inoffizielle Deadline von 2 Wochen (15.12.), deswegen erwähne ich das jetzt auch mal pro forma. Aber bitte nicht abschrecken, wenn einen Tag später ne spontane Geschichte aus euch raus will, dann raus damit. 😀

So, nun aber genug gefaselt… viel Spaß!

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5 Gedanken zu „Blogparade: Impro-Geschichte

  1. Ui, sehr schön gelöst! Die Aufgabe der Impro-Geschichte in die Geschichte selbst zu verpacken… Darauf muss man erst mal kommen… Hat Spaß gemacht, deine Geschichte zu lesen^^ Vor allem natürlich, weil gutaussehende Todesgötter (zumindest der eine) drin vorkommen 😉 Eine Art DeathNote 2.0, ohne Notizbuch, dafür mit Kettennominierungen unter Todesgöttern – gefällt mir^^ Danke fürs Mitmachen!

    Gefällt 1 Person

    • Ich sage Danke für die Nominierung und das Wechselbad der Gefühle, durch das du mich damit geschickt hast. 😀 Von nervöser Aufgeregtheit bei der Nominierung, über totale Freiheit beim Schreiben bis zu wahnsinniger Befriedigung beim Veröffentlichen war alles dabei. 😀
      Death Note sagt mir grad noch nix, aber Wikipedia schafft in diesem Moment Abhilfe. Mein halbgares Manga-Wissen fängt bei Akira an und hört bei Akira auf. 😉

      Gefällt 1 Person

      • Bitte für die Nominierung^^ Ich bin auch immer aufgeregt, wenn ich für irgendwas nominiert werde – zeigt das ja doch, dass man irgendwie von irgendwem bemerkt wurde 🙂 Außerdem sind frische, neue Geschichten immer eine feine Sache 😉
        DeathNote kam mir beim Lesen so in den Sinn, vielleicht wegen des Stichworts „Shinigami“?

        Gefällt 1 Person

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